„ICE EDGE“ von Ulrich Precht

Eintrag vom: 04.12.2025 15:53 Uhr

Anlässlich des 70. Geburtstages von Ulrich Precht präsentiert das Museum ein besonderes Exponat des renommierten Glaskünstlers als „Objekt des Monats“.

Ulrich Precht wurde am 09. Juli 1956 in eine Familie hineingeboren, deren Namen untrennbar mit der Lauschaer Glaskunst verbunden ist. Sein Vater, Volkhard Precht, gehörte zu den Pionieren der europäischen Studioglasbewegung und baute bereits 1963 in Lauscha seinen eigenen Studioglasofen, in dem er selbst sein eigenes Glas schmelzen konnte. Aufgewachsen in dieser inspirierenden Umgebung zwischen Tradition und Experiment, fand Ulrich Precht früh seinen eigenen Weg zum Material Glas.
Von 1978 bis 1983 vertiefte er sein Verständnis von Form und Ästhetik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wo er das Studium der Industriellen Gefäßgestaltung absolvierte. Seit 1983 arbeitet Precht als freischaffender Glaskünstler in Lauscha.
Seine Arbeiten zeichnen sich durch ein extremes technisches Können am Studioglasofen sowie eine unverwechselbare künstlerische Handschrift aus. Neben Studioglasobjekten umfasst sein Repertoire skulpturale Sandgussarbeiten und massive Kuben.

Ein aktuelles Highlight seines Schaffens ist das faszinierende Objekt des Monats

ICE EDGE“

Ulrich Precht – „Nachdem ich über Jahrzehnte mit dem Studioglas im klassischen Sinn mit Gefäßen und Objekten gestaltet habe, führten mich meine künstlerischen Ambitionen zu vielgestaltigen Sandguss-Objekten und -Figuren. Parallel hierzu entstanden seit dem Jahr 2000 laminierte massive kubische Objekte aus optischem und beschichtetem Glas mit brillantem farbigem Innenleben.
Nun ist eine neue Phase eingetreten, in der ich versuche, meinen Intentionen mit Glas nachzugehen und einen neuen Ausdruck dieses faszinierenden Werkstoffs zu finden - das Zusammenschmelzen von Glasteilen im Elektroofen, genannt Kiln Casting. Die Umstellung war immens – andere Gläser, andere Farben und vor allem das Modellieren der 1:1 Modelle, das Abformen und der Bau feuerfester Formen nehmen viel Zeit in Anspruch. Die gewohnte Spontanität im Umgang mit dem flüssigen Glas war nicht mehr möglich. Gestalterische Eingriffe während des Schmelzprozesses im Fusingofen sind so gut wie ausgeschlossen, alles muss im Vorfeld geplant sein. Vielleicht war es auch der Anreiz, sich in anderen Techniken mit dem Material Glas auseinanderzusetzen, aber der Grundgedanke war schon lange Zeit, mehr skulptural zu arbeiten.
Das Objekt ICE EDGE ist Teil einer längeren Versuchsreihe mit schmalen pyramidenförmigen Körpern, die einerseits vom Kontrast organisch wirkender Farbglasschleier leben, andererseits von der filigranen Ausbildung der an schmelzendes Eis erinnernden klaren Kante. Technisch gesehen geschieht der Schmelzprozess in einer feuerfesten verlorenen Form (ähnlich der Verfahrensweise beim Bronzeguss) aus größeren und bis zu 0,5 mm zerkleinerten Glasstücken mit gleichem Ausdehnungskoeffizienten bei ca. 850°C. Nach einer Haltezeit von einigen Stunden auf hoher Temperatur und kurzer Sichtkontrolle (durch Öffnen des Fusingofens) wird die Temperatur bis zum oberen Kühlpunkt also etwa 520°C abgesenkt. Dann beginnt ein mehrtägiges Kühlprogramm, um das fertig geschmolzene Glasteil spannungsfrei auf Raumtemperatur zu bringen und damit einer weiteren Bearbeitung anzuschließen. Um den gläsernen Charakter zu betonen wurden zwei Flächen geschliffen und poliert.“
Ulrich Prechts Werke sind heute in zahlreichen nationalen und internationalen Museen sowie bei privaten Sammlern vertreten. Seine Kunst verbindet das jahrhundertalte Lauschaer Glashandwerk mit der Freiheit moderner, bildender Kunst.

Das aktuelle „Objekt des Monats“ ist bis zum 19. August 2026 im Museum zu sehen und lädt die Besucher dazu ein, die Magie des Werkstoffs Glas mit diesem besonderen Werk eines außergewöhnlichen Künstlers neu zu entdecken.

Ice Edge
Bild: Ice Edge von Ulricht Precht

Eigenschaften

  • Bei Schlechtwetter geeignet
  • Familienfreundlich
  • Barrierearm

Eintritt

Erwachsene: 4,00 €; Ermäßigte: 3,00 €

Diese Veranstaltung findet statt

  • 07.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
  • 08.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
  • 09.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
  • 10.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
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  • 12.07.2026 11:00 bis 17:00 Uhr
  • 14.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
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  • 16.07.2026 10:00 bis 17:00 Uhr
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