Prunk und Pracht – Thüringer Schlösser und zeitgenössische Kunst im Dialog

Ausstellung

Eintrag vom: 25.04.2019 19:50 Uhr

19.05.19 - 18.08.2019

In diesem Jahr verwandelt sie die Veste in einen Schauplatz an dem Geschichte und Moderne aufeinandertreffen. Mit der Ausstellung „Prunk und Pracht – Thüringer Schlösser und zeitgenössische Kunst im Dialog“ fällt ein neues Licht auf die vergangene Pracht, während mit den Werken zeitgenössischer Künstler für wenige Wochen neuer Prunk in die historischen Räume einzieht.

Weithin sichtbar thront die Veste Heldburg über dem malerischen Heldburger Land im südlichsten Teil Thüringens. Die Entstehung der sogenannten „Fränkische Leuchte“ auf dem 405 m hohen Vulkansteinkegel geht auf das 12. oder 13. Jahrhundert zurück. Sie wurde als Amtssitz gegründet und fiel 1347 von den Grafen von Henneberg an die Wettiner, in deren Besitz sie bis 1945 verblieb. Heute erfüllt das Deutsche Burgenmuseum das ehrwürdige Gemäuer mit Leben.

Obgleich oder auch vielleicht gerade, weil der Burg über die Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen und Umformungen widerfuhren, zeugen bis heute zahlreiche Relikte von dem vergangenen Prunk der weitläufigen Burganlage. Dabei sticht vor allem der Französische Bau hervor, der ab 1560 unter Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen errichtet wurde.

Die Hoffassade des Renaissancebaus wird neben dem großen Wendelstein von zwei Standerker dominiert, die einst von Hermen und Karyatiden getragen wurden. Letztere haben heute ihren Platz in den Museumsräumen gefunden. Die dünnen Sandsteinplatten, die die Erker einkleiden, formen ein reformistisches Bildprogramm, dessen politische Bedeutung sich insbesondere auf Brüstungshöhe des Hauptgeschosses erschließt. Der östliche Erker bildet acht Tugendallegorien ab, die im 16. Jahrhundert sinnbildlich für ein ideales, gutes Herrschertum stehen. Auf dem westlichen Erker sind acht Personen dargestellt, die sich laut Forschung aus Mitgliedern des sächsisch-ernestinischen Herrschaftshauses und drei Verbündeten zusammensetzen. Mit diesem Bildprogramm untermauerte Johann Friedrich II. plastisch seinen Herrschaftsanspruch.

Der verheerende Brand 1982, in dessen Folge beinahe die ganze historische Innenausstattung verloren ging, hat dem Französischen Bau große Schäden zugefügt. Einige Jahre lag er als Ruine brach, bis es Dank der thüringisch-bayerischen Kooperation 1990 zum Wiederaufbau kam. Dabei ist die Initiative des im selben Jahr gegründeten Fördervereins Veste Heldburg e. V. nicht zu unterschätzen, der sich bis heute maßgeblich für den Erhalt der Burganlage einsetzt. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, in deren Besitz die Burg überging, führte vier Jahre später die Sanierungsmaßnahmen fort.

Die ursprüngliche Raumdisposition der herzoglichen Wohn- und Repräsentationsräume im Inneren blieb trotz aller Widrigkeiten im Wesentlichen erhalten. Durch einen behutsamen Wiederaufbau des Französischen Baus und durch große Rücksichtnahme auf die noch erhaltene Bausubstanz sowie Ausstattungselemente lässt sich die einstige Modernität und der Komfort erahnen, den der Gebäudekomplex seinen Bewohnern geboten hat. Die hierarchisierende Gestaltung, durch die sich die Geschosse unterscheiden, lässt sich heute noch an den Sandsteinportalen ablesen: Im Hauptgeschoss formen gefasste Rundbogen mit Dreiecksgiebeln und vereinzelt erhaltenen Medaillonbüsten in den Zwickeln die Portale und werten die ehemaligen herzoglichen Wohnräume auf, die teilweise mit  steinernen Kaminen ausgestattet sind. In den anderen Geschossen wurde auf Zierwerk wie Dreiecksgiebel und Medaillons verzichtet und die Formensprache auf Rundbogen oder rechteckige Türöffnungen reduziert.

Vor dieser Kulisse entfaltet sich ab dem 19. Mai 2019 die Ausstellung „Prunk und Pracht – Thüringer Schlösser und zeitgenössische Kunst im Dialog“. Dass die Kunstwerke mit dem Bau in Dialog treten, ist im Fall der Heldburg wörtlich zu nehmen, da die Arbeiten der Künstler nicht nur die Pracht des Bauwerks reflektieren. Vielmehr greifen die Werke auch die Themen auf, die in den Daueraustellungsräumen des Deutschen Burgenmuseums präsent sind. Dabei treffen Zufall und Kalkül zusammen. Denn manches Mal ergänzen die Werke die Museumsausstellung, ein anderes Mal stören sie sie wie man beispielsweise an den Arbeiten von Rolf Lindner und Wolfgang Schwarzentrub sehen kann.

Die große Tafelrunde des Museums wird auf diese Weise für wenige Wochen durch den König Artus-Zyklus bereichert. Während der große Tisch, der nach dem Vorbild dessen in Winchester Castle gefertigt wurde, große und kleine Besucher zum Verweilen einlädt, erzählen die großen Bildtafeln von Wolfgang Schwarzentrub die Geschichte von König Artus.

Im Festsaal der Burg, in dem eine große Tafel Lust auf herrschaftliche Gaumenschmäuse macht, stellt die Installation „Wasser und Brot“ von Rolf Linder hingegen einen Kontrast dar. Einerseits lässt sie die dargestellten Tafelspeisen noch üppiger erscheinen, andererseits hinterfragt die Arbeit auch kritisch das Dargestellte, denn weder damals noch heute konnte sich jedermann solch reicher Speisen erfreuen.

Der Termin für die Vernissage am 19. Mai 2019, dem internationalen Museumstag, ist bewusst gewählt. Der Tag steht dieses Jahr unter dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“: Mit der Ausstellung „Prunk und Pracht“ wird die Gegenwart reflektiert und das Kommende angepriesen. Durch den Einzug des Deutschen Burgenmuseums im September 2016 in die Veste Heldburg wird jeden Tag auf der Burg Geschichte erlebbar. Zudem hat sich durch den Einzug des Museums auch der Wunsch des letzten Herzogs, der die Heldburg bewohnte, erfüllt. Georg II. von Sachsen-Meiningen hatte sich eine museale Nutzung für sein Heim gewünscht. Somit verbindet die Ausstellung an diesem Ort Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die Ausstellungseröffnung, findet am Sonntag, den 19. Mai 2019, um 11 Uhr am Internationalen Museumstag statt.

Danach ist die Ausstellung, die in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und dem Verband bildender Künstler Thüringen e. V. entstanden ist, vom 19. Mai bis zum 18. August 2019 von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Deutschen Burgenmuseums zu sehen.

Veste Heldburg mit Deutschen Burgenmuseum
Bild: Stadt Heldburg

Eigenschaften

  • Bei Schlechtwetter geeignet
  • Barrierearm

Eintritt

Erwachsene 7,00 €; Gruppen (ab 15 Pers.) 4,50 €; Ermäßigt (Kinder 6-17 Jahre, Schwerbehinderte, Studenten) 3,50 €; Kinder (unter 6 Jahren), eingetragene Belgleitperson von Schwerbehinderten frei; Familienkarte (2 Erwachsene und eigene schulpflichtige Kind

Diese Veranstaltung findet statt

  • 19.05.2019 10:00 bis 17:00 Uhr
  • 21.05.2019 10:00 bis 17:00 Uhr
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